Unterglasurdekor
ähnliche Begriffe:
Inglasurdekor, AufglasurdekorWie schon der Name besagt, liegt diese Dekoration unter der Glasur. Sie erfolgt also unmittelbar nach dem Gl??hbrand, nachdem das betreffende St??ck sorgf?¤ltig gereinigt (vor allem abgestaubt) wurde, durch Handmalerei, durch Stempeln (z.B. Einstempeln der Fabrikmarke) und durch Verwendung von Schablonen.
Die verh?¤ltnism?¤??ig hohe Glattbrandtemperatur f??r Hartporzellan (1400 - 1500° C) schr?¤nkt die Unterglasurfarbenpalette f??r Porzellan erheblich ein. Es gibt eigentlich nur zwei Farben, nat??rlich mit Nuancen, die f??r diese Dekoration, wenigstens soweit Service in Frage kommen, mit Sicherheit Verwendung finden k??nnen: Blau (Kobaltverbindungen) und Gr??n (Chromverbindungen).
Bei Einzelst??cken insbesondere bei Plastiken, bei
denen es nicht unbedingt auf volle ??bereinstimmung in allen Einzelheiten
anÂkommt, hat man sich manchmal auch durch niedrigere
GlattbrandtemperaÂturen eine weiter gespannte Palette geschaffen.
Die
verwendeten Farben bestehen aus Metalloxyden bzw. Salzen, die mit einem
Glasurzusatz (bis zu 20 %) oder einer Mischung von Kaolin, Quarz, Feldspat
und Kalkspat versetzt werden. Dieser Zusatz, vielfach auch Feuerkitt
genannt, ist notwendig um die Dekoration sowohl f??r den
GlasieÂrungsvorgang (Eintauchen in den d??nnfl??ssigen Glasurbrei), wie
f??r den Glattbrand (die Glasur wird z?¤hfl??ssig) zu fixieren.
F??r
die Unterglasurmalerei
werden teilweise auch sogenannte L??sungsfarben verwendet. Hier werden
Metallsalze, insbesondere Chloride mit L??sungs- und Bindemittel, wie
Gluckose (Zucker) Glycerin, ??len usw. versetzt um sie malf?¤hig zu
machen, aber auch um sie zu fixieren und abzugrenzen. Soweit ??le oder
andere organische Zus?¤tze Verwendung finden, mu?? nochmals leicht
vergl??ht werden, da sonst die Glasur vom Scherben an den dekorierten
Stellen nicht angenommen wird. Das Gleiche gilt nat??rlich auch von den
anderen Unterglasurfarben, wenn solche BeiÂmischungen aus irgendwelchen
Gr??nden erfolgt sind. Die Technik der L??sungsfarben wurde vor allem in
Kopenhagen (Kgl. Manufaktur) von Arnold Krog dem damaligen Leiter der
Manufaktur um die Jahrhundertwende gepflegt und entwickelt, so da?? sie
heute zu einem Charakteristikum dieser Manufaktur geworden ist.
Unterglasurdekorationen
(Malereien) vor allem in Kobaltblau gibt es schon seit dem Beginn der
Porzellanherstellung auch bei den Chinesen. Das hatte seine Ursache wohl
darin, da?? schon in der vorausgegangenen keramischen Entwicklungsstufe
„Steinzeug" gerade dieses Blau unter Verwendung von
Kobaltverbindungen die Hauptrolle spielte.
Auch im Geburtsort des
europ?¤ischen Porzellans versuchte man von Anfang an dieÂse Art der
Dekoration. Allerdings hatte man dabei gro??e Schwierigkeiten diese Farbe,
ein Herzenswunsch August des Starken, er hatte f??r ihre Erfindung 1000
Taler ausgesetzt, in gleichm?¤??ig guter Qualit?¤t zu erhalten. Erst dem
Obermeister David K??hler gelang es 1720 zu halbwegs brauchbaren
Ergebnissen zu kommen. Die endg??ltig gute L??sung aber gelang erst 1732
mit einer dazu passenden Glasur. Einer der bekanntesten Unterglasurdekore
dieser Zeit ist das 1739 entwickelte sogenannte ZwieÂbelmuster, das auch heute noch viele Freunde hat. Â
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