09.09.2010 / 00:14

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Unterglasurdekor

ähnliche Begriffe:

Inglasurdekor, Aufglasurdekor

Wie schon der Name besagt, liegt diese Dekoration unter der Glasur. Sie erfolgt also unmittelbar nach dem Gl??hbrand, nachdem das betreffende St??ck sorgf?¤ltig gereinigt (vor allem abgestaubt) wurde, durch Handmalerei, durch Stempeln (z.B. Einstempeln der Fabrikmarke) und durch Verwendung von Schablonen.

Die verh?¤ltnism?¤??ig hohe Glattbrandtemperatur f??r Hartporzellan (1400 - 1500° C) schr?¤nkt die Unterglasurfarbenpalette f??r Porzellan erheblich ein. Es gibt eigentlich nur zwei Farben, nat??rlich mit Nuancen, die f??r diese Dekoration, wenigstens soweit Service in Frage kommen, mit Sicherheit Verwendung finden k??nnen: Blau (Kobaltverbindungen) und Gr??n (Chromverbindungen).

Bei Einzelst??cken insbesondere bei Plastiken, bei denen es nicht unbedingt auf volle ??bereinstimmung in allen Einzelheiten an­kommt, hat man sich manchmal auch durch niedrigere Glattbrandtempera­turen eine weiter gespannte Palette geschaffen.
Die verwendeten Farben bestehen aus Metalloxyden bzw. Salzen, die mit einem Glasurzusatz (bis zu 20 %) oder einer Mischung von Kaolin, Quarz, Feldspat und Kalkspat versetzt werden. Dieser Zusatz, vielfach auch Feuerkitt genannt, ist notwendig um die Dekoration sowohl f??r den Glasie­rungsvorgang (Eintauchen in den d??nnfl??ssigen Glasurbrei), wie f??r den Glattbrand (die Glasur wird z?¤hfl??ssig) zu fixieren.

F??r die Unterglasurmalerei werden teilweise auch sogenannte L??sungsfarben verwendet. Hier werden Metallsalze, insbesondere Chloride mit L??sungs- und Bindemittel, wie Gluckose (Zucker) Glycerin, ??len usw. versetzt um sie malf?¤hig zu machen, aber auch um sie zu fixieren und abzugrenzen. Soweit ??le oder andere organische Zus?¤tze Verwendung finden, mu?? nochmals leicht vergl??ht werden, da sonst die Glasur vom Scherben an den dekorierten Stellen nicht angenommen wird. Das Gleiche gilt nat??rlich auch von den anderen Unterglasurfarben, wenn solche Bei­mischungen aus irgendwelchen Gr??nden erfolgt sind. Die Technik der L??sungsfarben wurde vor allem in Kopenhagen (Kgl. Manufaktur) von Arnold Krog dem damaligen Leiter der Manufaktur um die Jahrhundertwende gepflegt und entwickelt, so da?? sie heute zu einem Charakteristikum dieser Manufaktur geworden ist.

Unterglasurdekorationen (Malereien) vor allem in Kobaltblau gibt es schon seit dem Beginn der Porzellanherstellung auch bei den Chinesen. Das hatte seine Ursache wohl darin, da?? schon in der vorausgegangenen keramischen Entwicklungsstufe „Steinzeug" gerade dieses Blau unter Verwendung von Kobaltverbindungen die Hauptrolle spielte.
Auch im Geburtsort des europ?¤ischen Porzellans versuchte man von Anfang an die­se Art der Dekoration. Allerdings hatte man dabei gro??e Schwierigkeiten diese Farbe, ein Herzenswunsch August des Starken, er hatte f??r ihre Erfindung 1000 Taler ausgesetzt, in gleichm?¤??ig guter Qualit?¤t zu erhalten. Erst dem Obermeister David K??hler gelang es 1720 zu halbwegs brauchbaren Ergebnissen zu kommen. Die endg??ltig gute L??sung aber gelang erst 1732 mit einer dazu passenden Glasur. Einer der bekanntesten Unterglasurdekore dieser Zeit ist das 1739 entwickelte sogenannte Zwie­belmuster, das auch heute noch viele Freunde hat. ­



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