08.09.2010 / 23:19

Werbung


Porzellan

ähnliche Begriffe:

Hartporzellan, Weichporzellan, Elfenbeinpozellan, Eierschalenporzellan, Bone China, Frittenporzellan

Porzellan geh??rt zur Gruppe der keramischen Erzeugnisse (erdene Massen), aus der es viele unterschiedliche Endprodukte gibt.
Die unterste, bzw. niedrigste Klasse der Keramik ist bekannt als Lehmziegel oder sog. Grobkeramik.
Es folgen Irdenware, Feinkeramik, Majolika, Fayence, Steingut, Steinzeug, Feinkeramik und an der Spitze steht Porzellan.

Durch die Abwandlung von Rohstoffen und die Weiterentwicklung von Fertigungsmethoden kennen wir heute noch weitere Arten von Porzellan wie Bone China (Knochenporzellan), Vitreous (dicht gebrannte Keramik) und viele andere. Den Namen "Porzellan" erhielt der Geschichte nach die hochgebrannte Scherbe von Marco Polo, der diese nach einer ?¤hnlich aussehenden Muschel (Porcella) benannt haben soll. Im Grundsatz gibt es zwei verschiedene Arten von Porzellan; das Hartporzellan und das Weichporzellan. Im europ?¤ischen Standard hat sich klar das Hartporzellan durchgesetzt und dominiert heute Tisch und Tafel.

??berlieferungen ??ber die fr??heste Herstellung von Porzellan stammen aus der Zeit der Sui- und der Tang-Dynastie (6.-10. Jahrhundert v.Chr.). Bereits in der Song-Zeit entstand das bekannte wei??e Porzellan mit kobaltblauer Unterglasurmalerei. Die Ming-Zeit (1368-1644) kannte neben der kobaltblauen Bemalung auch mehrfarbige Dekore.

Im Jahre 1522, also exakt 160 Jahre vor der Geburt B??ttgers, begann in der Provinz Kanton, in einem kleinen Ort namens Shiwan die erste "Massenproduktion" tonerdener Scherben, dem Vorl?¤ufer des heutigen Porzellan. Auf Veranlassung der Mingh erbauten fast 4.000 Arbeiter einen rund 170 Meter langen Brennofen, der entlang eines Berges, talabw?¤rts gebaut wurde und in seiner Form dem Schwanz des Drachen ?¤hnlich war. Auf diese Weise erhielt der heute ?¤lteste, vollst?¤ndig erhaltene Porzellanofen der Welt seinen Namen: The Dragon kiln (Der Drachenofen). Befeuert wurde der Ofen mit Holz, welches vollst?¤ndig in den Ofen bis zum oberen, ersten Schlitten gestopft wurde. Waren Holz und Brennschlitten eingebracht, musste der Ofen zugemauert werden, weil man zu diese Zeit noch nicht ??ber geeignete Verschlu??mechanismen verf??gte. ??hnlich wie in einem K??lhlermeiler, vergl??hte das Holz von oben nach unten, verlor an Dichte und der Schlitten rutsche langsam talabw?¤rts. Nach etwa 3 Wochen war das Holz vollst?¤ndig verbrannt und der Ofen konnte ge??ffnet (aufgeschlagen) werden. Die tonerdene Scherbe h?¤rtete bei ??ber 1.000 ° Grad vollst?¤ndig aus und entsprach in Konsistenz und Porosit?¤t dem heutigen Keramik. Die Dekorationen waren reichhaltig verziert und wurden selbst in der Modernen in Glanz und Anmutung nie mehr von einer anderen Art der Porzellanherstellung erreicht. Dies war die Geburtsstunde der Golddekore. Eine Crem?Š aus Gold und Kr?¤utern erreichte den unnachahmlichen Charakter dieser Dekorationsart. Der Drachenofen bildet heute den Mittelpunkt des Nationalmuseum von Foshan und wird nur noch f??r die Produktion von historischen Replikaten oder f??r Regierungsauftr?¤ge befeuert. Die Unikate aus dem Dragon Kiln waren bestimmt durch den Rang und Status der Auftraggeber. Je reicher ein Auftraggeber, desto m?¤chtiger und imposanter die St??cke. Besa?? man Figur, eine Vase oder etwas ?¤hnliches aus dem Dragon kiln, so wurden ganze Hallen und H?¤user f??r sie erbaut, um ihnen einen geeigneten Rahmen zu verschaffen. Von Vater zum Sohn vererbten sich die Kostbarkeiten und schenkten den Familien Anerkennung und unerdenklichen Reichtum.

In Europa wurde das Exportporzellan der Wan-Li-Zeit besonders bekannt. Als Exportgut gelangte chinesisches Porzellan durch die F??rstenh?¤user seit dem Mittelalter in zahlreiche L?¤nder der Erde. Mehr oder weniger gegl??ckte Nachahmungsversuche (Medici-Porzellan) gingen in Europa der Erfindung des Hartporzellans durch J. F. B??ttger und E. W. Graf von Tschirnhaus(en) in Dresden voraus. Der Gr??ndung der ersten europ?¤ischen Manufaktur in Mei??en (1710, Meissener PorzellanÂŽ) folgten Manufakturgr??ndungen in Wien (1717), H??chst (1746), Nymphenburg (1747), F??rstenberg (1747), Berlin (1751), Frankenthal (1755) und Ludwigsburg (1758). In Frankreich bestimmte die Hauptmanufaktur in S?¨vres nach 1770 weit gehend den europ?¤ischen Porzellanstil. In England haben die Manufakturen in Chelsea, Derby, Worcester, Liverpool und Swansea im 18. und 19. Jahrhundert vorwiegend Weichporzellan produziert. Das Kopenhagener Porzellan hatte gro??en Einfluss auf die russische Porzellankunst, die unter Katharina II. ihre Bl??tezeit erlebte.

Aber auch in Osteuropa - im Gebiet des heutigen Westpolen - entstanden hochwertige Fertigungsst?¤tten f??r Porzellan. Im Jahre 1831 wurde die Krister Porzellanmanufaktur gegr??ndet, die immerhin zwischen den beiden Weltkriegen zum Rosenthal Konsortium geh??rte. Nach der Verstaatlichung Polens wurde dort vornehmlich nur noch g??nstige Ware f??r den Export produziert. Als Porzellanfabrik  "Krzysztof"  z?¤hlt die Fabrik mit ihren relativ modernen Produktionsanlagen immer noch zu einem bedeutenden Anbieter der Region Waldenburg.



| | Hits: 2407 |