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20.05.2012 / 00:19

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Manufacturers and News: Laborlösungen - oder wie ein Museum Fahrt gewinnen will

Contributed by admin on Dec 19, 2011 - 12:13 PM

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Der„Neue Westen“ berichte über ein Projekt des Hetjens-Museums. Die Transportation von Porzellan zu technischer Keramik. Ein ganzer, ehemaliger Industriezweig wandelt sich und gelangt zu neuer Blüte. Über ein neues Konzept des Hetjens Museums in Düsseldorf.

Eine spannende neue Technik-Abteilung plant das Museum auf 150 Quadratmetern im Keller des Hauses. Sie hat das Zeug zum Aushängeschild.

Wussten Sie, dass ein würfelzuckerkleines Stück Keramik dem Gewicht von 80 ausgewachsenen Elefanten Stand hält? Dass auch die Hitzeschilde eines Space Shuttles keramischen Ursprungs sind, ebenso wie diamantscharfe Skalpelle für filigrane Augen-Operationen? Dass Keramik so dünn wie Papier sein kann oder als feine Faser , in Schutzanzügen verwebt, die Arbeit am Hochofen erträglich macht? Was dieser zukunftsträchtige Stoff noch so alles kann, darüber klärt künftig das Hetjens-Museum auf.

Aushängeschild

8000 Jahre weltweite Kulturgeschichte in Töpfen und Schalen - das ist die eine, gewichtige Stärke des Hauses. Vorausgesetzt, der Stadtrat gibt am Donnerstag grünes Licht für den Zuschuss, kann 2012 auch das in NRW einmalige Konzept für die Abteilung „Technische Keramik" an der Schulstraße 4 die Form eines anschaulichen, interaktiv gestalteten Forschungslabors annehmen.

Es hat das Zeug dazu, neues Aushängeschild des Hetjens-Museums zu werden. Das Konzept liegt bereits seit drei Jahren bereit, fristete aber aufgrund finanzieller Engpässe ein Schubladendasein. Das Deutsche Keramikmuseum soll „frischer rüberkommen!“ . Diesen Ehrgeiz hatte Leiterin Sally Schöne zu ihrem Amtsantritt 2008 nicht nur verkündet. Sie setzt in beharrlich u.a. mit anderen Ausstellungsformen und neuer Imagekampagne in Taten um.

Magisch beleuchtet

Das Labor ist der nächste Frische-Coup. Im Keller des Hauses gab es bis dato zwar bereits eine kleine technische Abteilung. Doch lagen dort bislang die optisch nicht unbedingt attraktiven Exponate „tot in den Vitrinen“. Jetzt gilt es, das Thema spannend und sinnlich inszeniert zu vermitteln. Denn: „Eine ausgestellte Kalkmilchdüse allein teilt noch nichts mit.“ Das von Schöne initiierte Thema der Diplomarbeit von Stephanie Wichmann - „2600 Grad - Technische Keramik“ (Examensnote 1!) bildet die Grundlage für den neuen, „magisch beleuchteten“ Museumstatort.

Ab Mitte kommenden Jahres könnte er sich auf rund 150 Quadratmetern informativ ausdehnen. 75 000 Euro sind für die Gestaltung der beiden Räume veranschlagt. 40 000 Euro trommelte bereits der rührige Hetjens-Freundeskreis zusammen. Die Firma Saint-Gobain IndustrieKeramik Rödental, Experte für den Verbundstoff Siliziumkarbid, engagiert sich beratend und finanziell mit 15 000 Euro.

Einen ersten Eindruck des Labors vermittelt das Modell, das Stephanie Wichmann zu ihrer Arbeit anfertigte. Anfassen erwünscht! heißt es im ersten Raum, der die besonderen Eigenschaften der keramischen Stoffe herausstellt. Besucher können hier zum Beispiel die hohe Kratzfestigkeit des Materials selbst erproben, über aufgeschäumte Keramik die Hände gleiten oder sich vom magnetischen Effekten verblüffen lassen.

Weltraumfahrzeuge

Der Raum nebenan zeigt dann die Einsatzbereiche: von der Weltraumfahrt, über Chemie, Medizin und Haushalt bis zur Kanalisation, stellvertretend präsent durch ein Hitzeschild für Weltraumfahrzeuge oder ein sich drei Meter zur Decke streckendes Steinzeugrohr. Dabei sollen nicht endlose Erklärtexte schlau machen, sondern Filme, Führungen und anschaulich funktionierende Exponate - wie der Wasserfilter, in den schmutziges Wasser hinein und sauberes hinaus läuft.

Eingestreute historische Ausstellungsstücke aus der Sammlung wie Mörserschalen der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin, Porzellan-Sicherungen, Zigarettenanzünder des Expressionismus oder frühe künstliche Hüftgelenke machen die Entwicklungsursprünge nachvollziehbar.

Ob im Computer-, Fahrzeugbau- oder Umwelt-Bereich - boomende Einsatzfelder scheinen der Hochleistungskeramik sicher. So könnte das Hetjens-Labor auch Jugendlichen andere Berufsfelder eröffnen. Sally Schöne plant einen regen Kontakt zu Schulen, will an die Lehrpläne andocken, Experimentierfreudige auch mit Denkspielen locken. Und von wegen Frauen-Überschuss im Pötte-Museum! Mit der Technischen Keramik setzt die Hausherrin auch auf begleitende (Ehe)-Männer.

Footnote: http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/hetjens-labor-zeigt-was-keramik-kann-id6161249.html
 

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